Sozialistischer Arbeiterbund und Proletarische Aktion - Bedingungen und Ressourcen der trotzkistischen Organisierung vor 1968

Zwischen dem Zweiten Weltkrieg und 1968 existierten in der Schweiz mehrere kleine politische Organisationen, die sich selbst links von der Sozialdemokratie verorteten und in einer trotzkistischen Tradition standen. Diese Organisationen waren zahlenmässig über den ganzen Zeitraum ihrer Existenz sehr schwach und verfügten kaum je über 100 Mitglieder.

 

Dennoch konnten sie auf vielfältige Ressourcen zurückgreifen. Die persönliche Arbeitsbereitschaft, berufliche und soziale Fähigkeiten, regionale und schweizweite Netzwerke, internationale Kontakte und nicht zuletzt ungewöhnliche Finanzquellen stellten die Grundlage dar, auf der die Trotzkistinnen und Trotzkisten massgeblich die frühen Solidaritätsbewegungen mit antikolonialen Kämpfen, den Widerstand gegen die atomare Bewaffnung der Schweiz, oder politische Auseinandersetzungen um die Einführung eines Mindestlohns prägten.

Durch die Kombination und effiziente Nutzung ihrer Ressourcen - im materiellen und übertragenen Sinn - waren diese zahlenmässig schwachen Organisationen also in der Lage, bei der Perspektivierung von gesellschaftlichen Problemen und der theoretischen Fundierung von politischer Kritik relevanten Einfluss auf sozialdemokratische und gewerkschaftliche Kreise zu nehmen und für sie zentrale Themen auf die politische Agenda der Schweiz zu setzen.

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