Die Asia Chronicles and Directories: eine Globalgeschichte von unten

Zwischen 1863 und 1941 gab The Hongkong Daily Press, Ltd. ein jährlich erscheinendes Directory & Chronicle for China, Japan, Korea, Indo-China, Straits Settlements, Malaya, Siam, Netherlands Asia, Borneo, The Philippines, &c. heraus. Die Asia Chronicles & Directories (ACD) stellten ein wesentliches Mittel zur Konstituierung transkultureller Gesellschaften in Ostastasien dar und informierten über westliche Firmen, soziale und kulturelle Gemeinschaften, diplomatische Vertretungen und «foreign residents», aber auch über Rohstoffpreise, klimatische Gegebenheiten und rechtliche Rahmenbedingungen in der Grauzone von kolonialer Herrschaft und der Gestaltung globaler Märkte. Obwohl gedruckt und weltweit verbreitet, sind die ACD nicht als vollständige Reihe erhalten geblieben und nur in digitaler Form nutzbar. Sie ermöglichen einen Zugang zu komplexen Verflechtungsgeschichten, sollen aber auch auf die Möglichkeit überprüft werden, die Zerstörung solcher transkulturellen Vernetzungen analysieren zu können. Die digitale Erschliessung des Quellenbestandes soll als Möglichkeit kollaborativen Forschens präsentiert werden. Die Extraktion von Personendatensätzen mit Annotationsdaten und die automatisierte Suche in bereitgestellten Directory OCR bieten neue Nutzungsmöglichkeiten und Fragestellungen, die auf eine mögliche Operationalisierung einer «Global history from below» verweisen.

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