Zwischen Anekdote und Massenquelle. Bildgestützte Datenbanken als neue Erschliessungsmöglichkeit für historische Anzeigenblätter

Das Basler Avisblatt ist für die Jahre 1729 bis 1845 durchgehend und vollständig erhalten. Aufgrund dieser aussergewöhnlich guten Überlieferungslage ist es in besonderem Masse geeignet für eine computergestützte quantitative wie qualitative Untersuchung zur schweizerischen Konsumgeschichte und zur Entwicklung neuer Marktformen im Bereich von Waren und Informationen während der Sattelzeit. Am Beispiel des Basler Anzeigenblattes werden neue digitale Werkzeuge vorgestellt, die es erlauben, mit Hilfe der neuesten IIIF-Technologie aus annotierten Digitalisaten strukturierte Daten für den Aufbau von Datenbanken zu generieren. Diese faszinierenden neuen Werkzeuge lassen sich zur Erschliessung weiterer Zeitungen und viel allgemeiner auch für ganz unterschiedliche Korpora mit digitalisierten (handschriftlichen oder gedruckten) Quellen nutzen.

Am konkreten Basler Beispiel sollen die praktischen Möglichkeiten und Herausforderungen der neuen digitalen Analysemöglichkeiten ausgelotet werden und darüber hinaus diskutiert werden, inwiefern damit neue methodische Möglichkeiten entstehen, um vergleichsweise stereotype Massenquellen hermeneutisch vertieft zu erschliessen.

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