Auf Magnetband gespeicherte Ausländer. Steuerung der Arbeitsmigration zur Sicherung des Wohlstands nach 1960

Mit dem Sozialversicherungsabkommen zwischen der Schweiz und Italien von 1964 bekamen die “Gastarbeiter” Zugang zu den sozialen Sicherungssystemen und das Recht, sich permanent niederzulassen. Das hatte weitreichende Konsequenzen für das Migrationsregime der Schweiz. Die “Gastarbeiter” konnten nicht mehr als Konjunkturpuffer eingesetzt werden und die Vorsorgeeinrichtungen drohten den ersparten Reichtum zugunsten der unterbezahlten Ausländer*innen umzuverteilen. In der Reformeuphorie der 1960er Jahre wurde der Ruf nach einem statistischen Mittel laut, um das “Ausländerproblem” zu lösen. Am 7. Juli 1971 beschloss der Bundesrat mit der “Verordnung über die Durchführung eines Probelaufs für das zentrale Ausländerregister” das bis dato teuerste statistische Werkzeug der gesamten Bundesverwaltung.

Im Rahmen des technikgeschichtlichen Forschungsprojekts “Die Fremden und der Computer” an der Professur für Technikgeschichte der ETH Zürich werden Steuerungsphantasien der Arbeitsmigration der 1960er und 1970er Jahre an der Schnittstelle zwischen historischer Migrationsforschung und Technikgeschichte untersucht.

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