39 Kilometer Geschichte nutzbar machen

In der Schweiz gibt es Tausende staatliche Archive. Eine Handvoll auf Bundesebene (Bundesarchiv, Bundesgerichtsarchiv, Archive der Anstalten des Bundes), eine überschaubare Anzahl auf kantonaler Ebene (26 Staats- und Landesarchive, Archive der kantonalen Anstalten) und zahllose Gemeindearchive (politische Gemeinden, Schulgemeinden, Bürgergemeinden etc.).

Das wichtigste staatliche Archiv des Kantons Zürich ist das Staatsarchiv. Es ist verantwortlich für rund 39 Laufkilometer erschlossene Akten aus 12 Jahrhunderten, die vom Kanton Zürich und seinen Rechtsvorgängern seit dem 9. Jahrhundert produziert wurden.

Das Staatsarchiv Zürich verfolgt die Strategie, nur seine zentralsten Aktenserien und seine wichtigsten Einzeldokumente und Sammlungen digital aufzubereiten und online zu stellen. In der Summe handelt es sich um weniger als ein Prozent des Gesamtbestandes. Die ausgewählten Unterlagen sind das Rückgrat der Zürcher Überlieferung. Die Protokolle von Parlament und Regierung, die Gesetze, das Amtsblatt (alle vier Serien seit Anfang des 19. Jahrhunderts), zudem die wichtigsten Dokumente der Vormoderne, lassen es zu, die wichtigsten Staatsgeschäfte anhand von digitalen Volltexten nachzuvollziehen. Sammlungen – etwa die historischen Karten und Pläne oder bestimmte Fotoserien – ergänzen die Textüberlieferung. Die vertiefte Arbeit an einzelnen historischen Fragen muss dagegen weiterhin auf der Basis von analogen Originalunterlagen im Lesesaal gemacht werden.

Die Strategie bietet eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Online-Verzeichnisse zusammen mit den zentralen Serien und Dokumenten die richtigen Schlüsselwörter und die nötigen Aktenspuren enthalten, damit sich die Geschäfte, in die der Kanton Zürich oder seine Rechtsvorgänger involviert waren, online finden lassen. Oder umgekehrt formuliert: Die Gefahr, dass subjektive Gewichtungen der Archivare das "Online-Gesamtbild" verfälschen, ist minimiert.

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