Universitätssammlungen: Materialisierte Wissensordnungen zwischen Reichtum und Kostenfaktor

In den letzten Jahren zeigt sich ein internationaler Trend zur Wiederentdeckung der Universitätssammlungen. Unter anderem verabschiedete der deutsche Wissenschaftsrat 2011 „Empfehlungen zu den wissenschaftlichen Sammlungen als Forschungsinfrastrukturen“, die die Bedeutung der naturwissenschaftlichen Sammlungen wie Herbarien, der kulturhistorischen Objektsammlungen, aber auch des Kunstbesitzes von Hochschulen für Forschung, Lehre und Outreach hervorhob.

Die digitale Transformation der im analogen Zeitalter entstandenen Universitätssammlungen – ihre Erschliessung und Verfügbarmachung in einer Form, die innovative Forschung _in_ den Sammlungen und _über_ sie als materialisierte Wissensordnungen, ihren Einsatz in moderner Lehre und beim Dialog mit der Öffentlichkeit sowie für das Fundraising ermöglicht – erhöht den Ressourcenbedarf in einer Zeit, in der betriebswirtschaftliche Kriterien bei der Steuerung von Universitäten immer wichtiger werden. Teilweise werden Infrastrukturen in den Bilanzen als Vermögenswerte aktiviert, obwohl ihre Veräusserung unmöglich oder unrealistisch ist. Der vorliegende Beitrag untersucht, wie ausgewählte Universitäten mit ihren Sammlungen im Spannungsfeld von Reichtum und Kostenfaktor umgehen.

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