Gegen den Staat. Die objektivistische Bewegung und der laissez-faire capitalism

Der Objektivismus war aus der in den 1940er Jahren entstandenen libertären Bewegung hervorgegangen, verstand sich aber weder als deren Weiterentwicklung noch als eine Abzweigung, sondern vielmehr als ein von Ayn Rand entwickeltes eigenständiges philosophisches System. Seine Anhängerschaft zeichnete von sich selbst das Bild der ersten uneingeschränkten Verteidigung eines deregulierten, nur sich selbst überlassenen Kapitalismus. Sie verstand sich zudem als Avantgarde, deren Denkmodell die USA vor vorschreitenden sozialistischen Tendenzen hin bewahren würde. Die erklärte Feindschaft galt dabei einerseits dem Staat, der verdächtigt wurde, sich a priori in Richtung Diktatur zu bewegen, und anderseits der Unvernunft. Der Vortrag wird nach einer historischen Skizze der objektivistischen Bewegung anhand paradigmatischer Postulate aus den beiden Bewegungs-Periodika, dem Objectivist Newsletter (1962-1965) und dem Objectivist (1966-1968) nachzeichnen, wie besagter Zirkel von Autorinnen und Autoren gegen den Staat argumentierte. Dabei soll insbesondere die philosophische Rhetorik hervorgehoben werden, welche diesen Kreis merklich von vorhergehenden und nachfolgenden Fürsprechern des Kapitalismus unterschied.

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