Viele Frauen haben. Praktiken und Politiken der Polygynie im Vergleich

Reichtum ist (unter anderem) Ressourcenfülle, -konzentration, -überfluss. Wer reich (mittelalterlich rik, riche etc. "mächtig") ist, verfügt über das, was andere brauchen, und kann oder könnte es ihnen geben (und nehmen); er lässt es auch sehen. Insofern erscheint es, milde gesagt, überraschend, dass die europäischen/euromediterranen Gesellschaften, so das insbesondere durch Jack Goody institutionalisierte Standardbild, seit dem Mittelalter in einem zentralen sozialen Feld die radikale Beschränkung gewählt haben, nämlich die Monogamie, "das Paar" als sozial-moralisches Ideal und Standardpraxis.

Warum? Wozu? Und stimmt das überhaupt? Kennt das postantike nordwestliche Eurasien vielleicht doch die Polygynie als Praxis? Wenn ja, wie und in welchen sozialen Kontexten? In dieser Sektion wollen wir epochen- und regionenübergreifend ins Gespräch kommen über Fragen nach den sozialen Orten und Nutzen ('uses') von Eliten-/Ressourcenpolygynie: Wen macht "Frauenreichtum" reich, und wie?

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