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Grenzen des Wachstums «nach dem Boom»: Wirtschaftswachstum, Wachstumskritik und (Post-)Wachstumsgesellschaft seit den 1970er Jahren

Der Ökonom Birger Priddat hat Wachstum kürzlich als «heaven on earth-Narrativ» und säkulares Erlösungsversprechen des Kapitalismus beschrieben. In den 1950er und 60er Jahren war der Wunsch nach «Wohlstand für alle» mit hohen (seither nicht mehr erreichten) Wachstumsraten und der Durchsetzung langlebiger Konsumgüter verbunden. Wachstum gilt bis heute als Allheilmittel für viele gesellschaftliche Herausforderungen; spätestens seit der Ölpreiskrise und dem Strukturbruch der 1970er Jahre sind aber auch die «Grenzen des Wachstums» verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Der mit dem Wachstum verbundene Ressourcenverschleiss, die «geplante Obsoleszenz» und der Übergang vom quantitativen zum qualitativen Wachstum prägten die Debatte zunehmend. «Degrowth» und «Suffizienz» sind inzwischen zu neuen wachstumskritischen Schlagworten geworden.

Der «Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit» von 1972 löste überall auf der Welt – und auch in der Schweiz – eine breite (und zum Teil gehässige) Debatte über die Grenzen des Wachstums aus. 50 Jahre nach dieser Publikation stellt sich die Frage nach den Grenzen des Wachstums – und unserem Umgang mit natürlichen Ressourcen – eindringlicher als je zuvor. In aktuellen geschichtswissenschaftlichen Debatten werden die 1970er Jahre als Epochenbruch diskutiert, wo die Phase fordistischen Wachstums durch die Ära «nach dem Boom» abgelöst wurde. Welche Rolle wachstumskritische Diskussionen bei diesem Epochenbruch spielten beziehungsweise wie dieser aus der Perspektive der Diskussion um Wachstum und Wachstumskritik zu bewerten ist, wurde bisher aber nur wenig analysiert. Das Panel geht vor diesem Hintergrund der Frage nach, wie sich die wachstumskritische Diskussion seit den 1970er Jahren entwickelt hat, was die zentralen Kritiklinien sind – und inwieweit sich (mit Computermodellen erstellte) Zukunftsprognosen in diesem Forschungsfeld bewährt haben.

Vorgesehener Referat:

Prof. Dr. Elke Seefried, RWTH Aachen

Es stehen noch zwei Plätz zur Verfügung, die durch den Call for Papers zu bestimmen sind.

Responsabilité