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Nicht nur Pulver, Rauch und Tod, sondern auch Hunger, Schnee und Krankheit: Zur Umweltgeschichte des Ersten Weltkrieges 1914-1919

In den Jahren 2014 bis 2018 war der Erste Weltkrieg ein wissenschaftlich wie in der breiten Öffentlichkeit viel diskutierter Forschungsgegenstand. Berechtigterweise mag sich deshalb die Frage stellen, was es zu dieser «Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts» (George Kennan) noch Neues erforschen lässt. Jüngere Publikationen zeigen jedoch, dass es gerade in einer Perspektive, die umweltgeschichtliche Fragestellungen mit solchen der Sozial- und Kulturgeschichte verbindet immer noch viele Aspekte gibt, bei welchen sich eine vertiefte Analyse lohnen dürfte. Das gilt für Fragen der Nahrungsmittel-, Energie- und Ressourcenkonflikte ebenso wie für den Umgang der Zeitgenossen mit Krankheiten, der Tierwelt, Lawinen oder verseuchten Böden.

In jüngerer Zeit haben Studien wie diejenigen von Krämer et al (2016) oder Tucker et al. (2018) gezeigt, in welchem Mass der Einbezug der Kategorie «Umwelt» in die reiche Historiographie zum Ersten Weltkrieg Chancen eröffnet, sich Felder zu erschliessen, die bisher vernachlässigt wurden. Dazu will das vorliegende Panel einen Beitrag leisten, indem es Beziehungen zwischen Mensch und der ihn umgebenden Natur in Zeiten des Krieges ebenso zum Thema macht wie den Umgang mit natürlichen Herausforderungen sowie auch von Umweltfaktoren beeinflussten Krankheiten im wie unmittelbar nach dem Krieg. Thema sind die Auswirkungen der Nahrungsmittelknappheit im Berggebiet der Schweiz während des Ersten Weltkrieges, die Auswirkungen von Klimakrisen auf das Alltagsleben von Frauen und ihre politische Mobilisierung während des Ersten Weltkriegs und der Revolution von 1918/19 in Deutschland sowie Wechselwirkungen zwischen Vorstellungen einer möglichen neuen staatlichen Heimat Vorarlbergs als 23. Kanton der Schweiz und der realen Bedrohung einer Pandemie. Am Schluss des Panels erfolgt eine Einordnung der vorliegenden Präsentationen in die derzeit laufenden Debatten zur Umweltgeschichte des Ersten Weltkrieges. Zudem sollen weitere Entwicklungslinien skizziert werden.

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