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Leben am Limit: Adaptionsstrategien und Reglementierungsprozesse kollektiver Ressourcen im schweizerischen Alpenraum

Vormoderne agrarische Gesellschaften, besonders jene in alpinen Regionen, waren auf einen sorgfältigen und vorausschauenden Umgang mit der Umwelt angewiesen. Jede Schädigung natürlicher Ressourcen konnte die Lebensgrundlage der Menschen in Gefahr bringen: Wälder mussten langfristig als Schutz vor Lawinen, sowie als Holz- und Futterquellen dienen, der Zugang zu Alpweiden musste reglementiert werden, um Überweidung zu verhindern, während gleichzeitig Viehwirtschaft für das Überleben vieler Regionen essentiell war. Dazu kam der Unterhalt von Infrastrukturen wie Strassen und Brücken, welche die Landschaft selbst mittels Handels- und Verkehrsrouten nutzbar machte. Daraus ergab sich ein oft fragiles Netz von Nutzungsinteressen und Regulationen, welches durch verschiedenste Risiken gefährdet war, etwa durch Umweltkatastrophen wie Überschwemmungen und Lawinenniedergänge. Doch auch demographischer Wandel konnte das labile Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur durcheinanderbringen.

Im Panel sollen die vielfältigen Adaptations- und Regulierungsprozesse analysiert werden, die alpine Gesellschaften anwandten, um ihre Lebensgrundlage in einer nur beschränkt berechenbaren Umwelt zu sichern. Dabei waren kollektive und private Güter und Nutzungsrechte in alpinen wirtschaftlichen Systemen eng miteinander verflochten. Die Beschränktheit der Ressourcen sowie divergierende Nutzungsinteressen machten eine Regulierung von Verteilmechanismen und Aufgabenverteilung besonders nötig. Die Referate des geplanten Panels gehen der Frage nach, wie diese Strategien des Ressourcenmanagements soziale und ökonomische Strukturen prägten und veränderten. Welche Auswirkungen hatten diese Regulierungsstrategien beispielsweise auf Stratifikationsprozesse und soziale Mobilität, Geschlechterrollen, Familienorganisation, ökonomische Strukturen und Dynamiken der Migration?

Kernthemen:

Oftmals ging die Notwendigkeit, kollektive Ressourcen nachhaltig zu bewirtschaften, mit der rechtlichen Ungleichbehandlung gewisser Bevölkerungsgruppen einher. Fremde, Nachfahren der weiblichen Linie oder uneheliche Nachkommen wurden vom Ressourcenzugang ausgeschlossen oder besassen nur verminderte Teilhaberechte. Welche Auswirkungen hatten diese Exklusionstendenzen auf die gesellschaftliche Struktur und Stratifikationsprozesse?

Der kollektive Besitz an agrarischen Ressourcen machte auch eine kollektive Organisation von Entscheidungsprozessen, Sanktionssystemen oder Arbeitsabläufen, z.B. hinsichtlich Gemeinwerk und Ressourcenverteilung, nötig. In welchem institutionellen Rahmen liefen diese Organisations- und Entscheidungsprozesse ab und welche Rolle spielten dabei Machtverhältnisse und Abhängigkeiten?

Die divergierenden Interessen verschiedener Gruppen führten zu zahlreichen Spannungen, etwa zwischen Hintersassen und Nachbarschaften, Vieh- und Transportkooperationen, sowie Gemeinden und Bischöfen. Welche Nutzungskonflikte gab es und wie wurden diese beigelegt?

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