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Eine Ausstellung zur Kulturgeschichte des Waldes im Nationalmuseum

Das Schweizerische Nationalmuseum zeigt in einer Sonderausstellung eine Kulturgeschichte des Waldes. Im Panel wird aufgezeigt, wie die Themen Wald und Naturschutz und ihre wissenschaftliche Erforschung einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden können. Die Nutzung des Waldes sowie dessen künstlerische und literarische Darstellung führen in der Ausstellung den Wandel des Naturverständnisses in der westlichen Zivilisation vor Augen. Unser Verhältnis zum Wald ist von Ambivalenz geprägt. Vom Ort der Besinnlichkeit, der Ruhe und Entspannung zum Menetekel der drohenden Klimakatastrophe: Der Wald ist nicht einfach nur «Natur», er ist mehr denn je Mahnmal und Symbol – für eine Natur, die aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Zentrales Thema ist unser Verhältnis zum Wald, das sich in den letzten zwei Jahrhunderten deutlich gewandelt hat. Bis ins 18. Jahrhundert als reine Ressource genutzt, sehen wir ihn heute als schützenswert vor menschlichen Eingriffen und Zerstörung an. Während Politik und Gesellschaft in der Schweiz im Laufe des 20. Jahrhunderts ein neues Verhältnis zu ihren Wäldern entwickelt haben und der Schutz in den Vordergrund rückte, sind Wälder in anderen Teilen der Welt – insbesondere die Regenwälder – existentiell bedroht. Dazu trägt unser Lebensstil bei: er fördert die Ausbeutung der Ressourcen mit fatalen Folgen für das ökologische Gleichgewicht der Erde.

Der Naturschutz, insbesondere der Waldschutz, kam im 19. Jahrhundert auf. Wichtiger Teil der Debatte um Schutz und Nachhaltigkeit von Wald und Natur wurden ab der Gründung des US-amerikanischen Yellowstone Parks 1872 Nationalparks. Geprägt von einem neuen Naturverständnis, das der Furcht vor einer Zerstörung der Umwelt durch die Industrialisierung entsprang, dienten sie von Anfang an auch der Nationalisierung der Landschaft und trugen zu ihrer Verklärung bei. Schweizer Persönlichkeiten wie Paul Sarasin oder Johann Wilhelm Coaz setzten sich aus Heimatliebe und aus wissenschaftlichen Motiven für einen globalen Natur- und Waldschutz ein. Der vorläufige Höhepunkt dieser vereinten Bemühungen war 1914 die Gründung eines Schweizerischen Nationalparks, ein europäisches Pionierprojekt, im Gebiet des Val Cluozza.

Was in Europa an der Wende zum 20. Jahrhundert als globale Naturschutzbewegung begann, erreichte die Südhalbkugel rund 50 Jahre später. Die Abholzung der Regenwälder und damit die Zerstörung des Lebensraums für Mensch und Tier rund um den Äquator wurde 1948 das vordringliche Thema beispielsweise des Schweizers Armin Caspar, der sich dem Schutz der Wälder und der Bewahrung des Lebensraums der indigenen Bevölkerung verschrieben hat. Zu grosser Bekanntheit kam schliesslich Bruno Manser, der 1984 nach Borneo aufbrach, um die dort ansässigen Penans, die nomadischen Waldbewohner, im Kampf gegen die Abholzung des Regenwaldes zu unterstützen – ein Engagement, das ihn schliesslich das Leben kosten sollte.

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