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Natureculture? Postkoloniale Perspektiven auf vormoderne Differenzsetzungen

Das Denken in Natur/Kultur-Unterscheidungen hat eine eigene Geschichte – und eigene Lokalitäten. Spätestens seit der Aufklärung dominiert in westlich-europäisch geprägten Diskursen eine binäre Ordnungsvorstellung, die die Welt in eine «natürlich» erstandene Sphäre des Tierlichen, Pflanzlichen und Mineralischen auf der einen Seite, und in eine kulturell verstandene Sphäre des Menschlichen auf der anderen Seite teilt. Dieses Ordnungsschema zeitigte tiefgreifende Konsequenzen für nach wie vor dominierende Vorstellungen von Historizität und Handlungsmacht als (menschliche) Kulturphänomene, die sich von Evolution und Verhalten als «natürliche» Phänomene grundsätzlich trennen lassen.

Im Sinne einer postkolonialen Kritik setzt das hier vorgeschlagene Panel bei «vormodernen» Denk und Zugangsweisen zu «Natur» an, um deren jeweilige ontologischen Bedingungen und Charakteristika herauszuarbeiten. Dabei werden wir anhand von Fallbeispielen aus europäischen und lateinamerikanischen Kontexten kritisch prüfen, wie sich postkoloniale Ansätze eignen könnten, um historisch gewachsene anthropo- und eurozentrische Ordnungsschemata von Natur/Kultur zu lokalisieren, zu dezentrieren sowie zu überwinden. Die Problemstellung des Panels bedingt zudem, eine begriffliche Reflexion darüber zu führen, wie Natur in der Geschichtswissenschaft zu verstehen ist: Lassen sich historische Konzeptionen von natureculture (Haraway 2003) fassen? Kann ein multinatürlicher Perspektivismus (Viveiros de Castro 1998) der historischen Reflexion dienen?

Das Panel setzt sich aus drei Papers zusammen, die sich aus verschiedenen Richtungen mit der Annahme auseinandersetzen, dass Interaktionen zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Akteuren konstitutiv für die jeweiligen Welt- und Geschichtsvorstellungen sozialer Gemeinschaften sind.

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