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Ressourcennutzung und Naturschutzkonzepte: Abbaustrategien zwischen Förderung und Verzicht in der Geschichte

Die ‹Natur› als Ressourcenspeicher: So nimmt sie der Mensch wahr, wenn er sie sich zur gesellschaftlichen Nutzbarmachung über energiewirtschaftliche Wertschöpfungsketten aneignet. Naturale Ressourcen sind diesbezüglich als Erzeugnisse zu verstehen, die aus der Beziehung zwischen materiellen oder immateriellen ‹Objekten› der Biosphäre und einem wirtschaftlich-produktiven System, das deren Nutzung organisiert, hervorgehen: Also Rohstoffe wie Holz, Wasser, Mineralien oder andere Bodenschätze. Finanzielle Kosten, gesellschaftliche Konventionen, technologisches Wissen, ökonomische Produktionsweisen oder das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage sind mitunter ausschlaggebend dafür, in welchem Masse Kraftstoffe einem Ökosystem entnommen werden. Anstatt sich allein auf die Förderung und die Verwendung einzelner Energieträger zu konzentrieren, haben historische Studien bisher kaum nach den Strategien gefragt, aufgrund welcher bestimmte Rohstoffe zeitweise weniger intensiv oder gar nicht abgebaut worden sind. Es handelt sich um vorsorgliche Konservierungsvereinbarungen und -massnahmen, welche einen unbedachten Raubbau an der naturalen Umwelt vorbeugen sollten. Regulierende Nutzungsstrategien konnten sich mitunter danach richten, dass ein Überangebot an energetisch-naturalen ‹Objekten› die Nachfrage eines Produktionssystems nicht allein von sich aus zu steigern vermochte. In anderen Fällen verfügten gewisse Ressourcen zudem über vielerlei Nutzen, so dass sich deren Abbau oder Eindämmung nur bis zu einem gewissen Grad lohnte – beispielsweise die Schutzfunktion von Bannwäldern in Berggebieten oder der Fischbestand eines unregulierten Flusslaufes. Genauso führten technische Hürden dazu, dass sich einzelne Ressourcen nur schwer in wirtschaftliche Produktionssysteme integrieren liessen, weshalb die Abbaukosten zu hoch ausfielen. Hinzu kommt schliesslich marktwirtschaftliches Kalkül, insofern etwa das Angebot zu Spekulationszwecken künstlich reduziert wurde oder aus Vorsicht Reserven angelegt werden mussten.

Das Panel fragt danach, weshalb der Abbau naturaler Ressourcen zu gewissen Zeiten sowie in bestimmten Regionen reguliert wurde und was für Verständnisse von ‹Natur› und deren Schutz dabei handlungsleitend mitwirkten. Wann und wo wurde auf den Abbau gewisser Rohstoffe etwa aufgrund topographischer, klimatischer, marktwirtschaftlicher, technologischer, sozialer oder schliesslich ökologischer Determinanten strategisch verzichtet? Was für energiewirtschaftliche Folgen brachten solche Sparmassnahmen mit sich: Wurden stattdessen alternative Ressourcen verwendet, herkömmliche Energieträger woanders abgebaut oder mangelnde Bestände aufgestockt? Inwiefern wurde die ‹Natur› somit in unterschiedlichen Epochen als Ressourcenspeicher wahrgenommen und mit welchen Konservierungskonzepten wurde deren Gebrauch geregelt? Ausgehend von diesen Leitfragen lässt sich das Panel ideal dem Reflexionscluster «Interaktionen und Regulierungen der Beziehung Mensch-Natur» einfügen.

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