Digitale Werkzeuge – eine Bereicherung für die Geschichtswissenschaft?

mercredi, 5. juin
14:30 jusqu'à 16:00 heures

Digital History ist nicht länger nur ein Schlagwort. Vielmehr entstehen aktuell verschiedenste neue digitale Instrumente, die die Arbeit von Historikerinnen ganz praktisch verändern und neue Möglichkeiten bieten. Das Panel will ausgehend von konkreten Projekten neue Möglichkeiten wie Reading Apps, IIIF gestützte Datenbanken und kollaborative Infrastrukturen vorstellen und darüber diskutieren, ob und wie sie die Möglichkeiten Geschichte zu schreiben verändern.

Bieten diese neuen Instrumente und Arbeitsformen Zugang zu bislang nicht berücksichtigten Bereichen der Geschichtsschreibung? Führen sie zu neuen Möglichkeiten, qualitative und quantitative Ansätze und Fragen zu verbinden und die Forderung nach big data einzulösen? Entstehen neue Möglichkeiten das «Exceptionnel normal» anders zu kontextualisieren und damit neue Möglichkeiten, Mikro- und Makro-Perspektiven zu verknüpfen?

Dies sind nur einige von vielen möglichen Überlegungen zu epistemologischen, methodischen und quellenkritischen Reflexionen mit Blick auf die neuen Instrumente und Methoden und ihre möglichen Wirkungen auf die historische Forschung.

Thematisch sind die Beiträge auf die Gewinnung neuer Informationen durch die Verwendung digitaler Methoden ausgerichtet. So werden an verschiedenen Beispielen (Basler Anzeigenblätter im 18./19.Jh., Asia Directories im 19./20.Jh.) Akteure in einem ökonomischen Umfeld greifbar, in dem Vernetzung Reichtum generiert und informelle Beziehungen über Informationsmärkte Ressourcen darstellen, für deren Analyse die neuen Werkzeuge neue, weiterführende Möglichkeiten zur Verfügung stellen. Ebenso geht es darum zu diskutieren, welche Möglichkeiten digitale Werkzeuge bieten, um nicht nur Vernetzung, sondern auch die Zerstörung und Auflösung von Netzwerken zu überprüfen. In einem weiteren Beitrag werden die Chancen aber auch Herausforderungen neuer Werkzeuge zur Handschriftenerkennung diskutiert, die Historikern und Historikerinnen ermöglichen, die Reichtümer von Archiven maschinell zu erschliessen ohne die Geschichtswissenschaft als kritische Wissenschaft aufzugeben.

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