Administrative Versorgung als reiches Ordnungsinstrument zur Durchsetzung gesellschaflicher Machtansprüche

Dienstag, 8. Mai
07:18 bis 07:18 Uhr

Administrative Versorgungen von Jugendlichen und Erwachsenen durch Administrativbehörden,

vielfach ohne Möglichkeit auf richterliche Überprüfung und damit Rekursmöglichkeit, fanden in der

Schweiz bis 1981 systematisch und auf der Basis eines breiten Fächers an kantonalen und

eidgenössischen Gesetzgebungen statt. Mit der Ratifizierung der Europäischen

Menschenrechtskonvention verpflichtete sich die Schweiz die Praxis der administrativen Versorgung

abzuschaffen. In ihrer Konsequenz diente diese Massnahme - neben anderen Formen fürsorgerischer

Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen - dazu, ein Gesellschaftssystem zu sichern, das

Ungleichheiten auf unterschiedlichen Ebenen forderte und förderte. Der (vorübergehende) Ausschluss aus der Gesellschaft diente damit der Sicherstellung der geltenden gesellschaftlichen Ordnung.

Die Beiträge dieses Panels diskutieren die administrative Versorgung als reiches Ordnungsinstrument

zur Durchsetzung gesellschaftlicher Machtansprüche aus mikrogeschichtlicher und quantitativer Perspektive sowie unter Einsatz der «digital humanities». Sie präsentieren unter anderem Ergebnisse der unabhängigen Expertenkommission zur wissenschaftliche Aufarbeitung administrativer Versorgungen in der Schweiz (UEK).

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