Naturexpertise zwischen Tornado Politics und Abortion Politics (Waldsterben, Erdbeben, Klima): Zur Bedeutung der Geistes- und Sozialwissenschaften (1980-2020)

Wissenschaftliche Expertise hat in Demokratien je nach Fachgebiet, Naturbezug und Bedrohungslage unterschiedliche Möglichkeiten und Grenzen, was die Gestaltung der Politik angeht. Der Wissenschaftsforscher Roger Pielke hat dafür 2007 eine Skala von «Tornado Politics» bis «Abortion Politics» in die Diskussion eingeführt, abhängig von der epistemischen Gewissheit und dem gesellschaftlichen Normenkonsens. Der Beitrag fragt am Beispiel des Waldsterbens, des Erdbebens von L'Aquila 2009 und der Klimakrise danach, wie sich wissenschaftliche Expertise in verschiedenen Bereichen einer bedrohten und bedrohlichen Natur ausgestaltet hat und welche Funktionen den Sozial- und Geisteswissenschaften zugeschrieben wurden und zukommen könnten, wenn Versuche von Tornado Politics aufgrund von «wicked problems» an Grenzen stossen.

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