Mensch-Naturbeziehungen in historischen Karten entschlüsseln. Die Rheinkorrektion als Beispiel für integrativen Geschichtsunterricht auf der Sekundarstufe I

Die Region Rheintal ist durch den Alpenrhein geprägt. Zeugnis davon sind unter anderem zahlreiche historische Kartenwerke. Zum einen verdeutlichen diese Karten die Problemlage des Rheintals als Hochwassergebiet, z.B. in Überschwemmungskarten und Karten mit Wuhrverbauungen. Zum anderen wird in der Betrachtung unterschiedlicher zeitgenössischer Karten auch die Landschaftsveränderung durch die Rheinkorrektion deutlich. Nicht nur verändert sich der Lauf des Flusses über das Tal hinweg, sondern man kann in den Karten auch die technische Umsetzung z.B. mit dem Diepoldsauer Durchstich nachverfolgen. Zudem zeigen die Karten auch eine Veränderung der Siedlungsstruktur als Folge der Rheinkorrektion.

Die Karten sind somit hervorragende Quellen, um fächerverbindend im Integrationsfach Räume, Zeit, Gesellschaften zu unterrichten. Mittels historischer Methodenkompetenz können Rückschlüsse über Landschaftsveränderungen und Mensch- Natur-Beziehungen, die sich hier am Beispiel von Hochwasserproblematiken zeigen, mit den Schülerinnen und Schüler erarbeitet werden.

Engelsing, T. (2019): Der gefährliche See. Wetterextreme und Unglücksfälle an Bodensee und Alpenrhein. Konstanz: Südverlag.

Kaiser, M. (2003): Alpenrhein und Landschaftswandel. In Wissenschaftliche Kommission St. Galler Kantonsgeschichte (Hrsg.). St. Galler Geschichte, Bd. 6: 1861–1914 (S.125–142). St. Gallen: Amt für Kultur.

Kaiser, M. (2004): Der Alpenrhein und seine Korrektion in Karten und Plänen. In Karthographische Sammlungen in der Schweiz. Beiträge über ausgewählte Sammlungen zur Kartographiegeschichte der Schweiz. https://biblio.unibe.ch/maps/bis/publications/ks/st_gallen_kaiser.pdf (abgerufen, 18.11.2021).

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