Leere Versprechungen zur Beendigung des Welthungers 1974-2015

Seit Henry Kissinger auf der Welternährungskonferenz 1974 das Ziel verkündete, dass innerhalb von zehn Jahren «kein Kind [mehr] hungrig zu Bett gehen soll», sind im UNO-Bereich ähnliche Schwüre üblich geworden, den ‹Welthunger› innerhalb einer gewissen Frist zu beenden. Inzwischen ist ein solches Versprechen Nr. 2 der UN-‹Ziele für nachhaltige Entwicklung›. Alle solchen Zielsetzungen blieben unerfüllt. Der Vortrag erforscht diese Versprechungen aus dem Blickwinkel einer Geschichte von Zukunftsvorstellungen. Um ihren Charakter zu erkunden, bezieht sich meine Untersuchung sich auf die Zielsetzungen, die sie festlegenden Akteure und die dahinter stehenden Ideen, Motive, organisatorischen Kontexte sowie Reaktionen aus der UNO auf das Scheitern dieser Versprechungen. In der Regel erklärten Akteure ein soziales Problem (Hunger) zu einem technischen und damit indirekt zu einem Thema der Beherrschung der Natur.

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